Rucksack-Wanderung durch die Berge

Welcher Rucksack bei welcher Reise?

Die Tragödie der vielen Rucksack-Arten.

Da plant man eine spannende Reise durch unbekannte Länder, steiles Gebirge oder feuchte Regenwälder und benötigt nur noch einen Rucksack. Und plötzlich steht man vor einer riesigen Auswahl an Backpacks und fühlt sich irgendwie verloren. Welche Größe brauch ich eigentlich, spielt es eine Rolle, aus welchem Material der Rucksack gefertigt ist und muss es unbedingt das teure Modell sein?

Keine Panik! Mit etwas Hintergrundwissen dürfte die Wahl gar nicht so schwer fallen. In diesem Ratgeber werde ich Dir erklären, was es beim Kauf von Rucksäcken wirklich zu beachten gilt.

Die erste Frage, die Du Dir vor dem Kauf stellen solltest, ist folgende: Welche Art von Reise möchte ich überhaupt unternehmen. Jede Art von Rucksack hat nämlich seinen eigenen Nutzen. Im Folgenden werde ich die Rucksackarten durch Beispiele etwas voneinander abgrenzen.

 

Trekkingrucksack – Der Rucksack für den flexiblen Backpacker

Der Trekkingrucksack stimmt wahrscheinlich am meisten mit dem überein, was man unter „Backpack“ versteht. Er ist äußerst geräumig und eignet sich daher optimal für eine längere Reise. Sagen wir mal, dass Du im Sommer nach Thailand verreisen möchtest. Damit es sich lohnt, sollte man schon mindestens 2-3 Wochen einplanen. Für solch einen Zeitraum wären Touren- oder Tagesrucksäcke deutlich zu klein. Ein Kofferrucksack würde noch infrage kommen. Da allerdings das Verkehrsnetz bzw. die Infrastruktur in diesem Land nicht optimal ausgebaut ist, sind Rollen unter dem Rucksack eher kontraproduktiv. Was noch übrig bleibt, ist also der Trekkingrucksack. Das innere Volumen bewegt sich beim Trekkingrucksack in der Regel zwischen 50 und 80 Litern. Das ist aber auch unbedingt notwendig. Schließlich müssen nicht nur Kleidung und Gadgets verstaut werden, sondern auch Zelt, Schlafsack und andere Campingutensilien. Darüber hinaus ist es nicht nur von Bedeutung, dass viel Kapazität vorhanden ist, sondern vor allem auch, dass das Gewicht ergonomisch auf den Körper verteilt wird. Zwar ist ein Trekkingrucksack nicht die Art von Rucksack, mit der man am Tag lange Wanderungen unternehmen wird, aber kleinere Strecken müssen dennoch komfortabel zurückgelegt werden können.

Gut für:
Lange Auslandsreisen & Länder mit schlechter Infrastruktur

 

Tourenrucksack – Der Rucksack für den Wochenendtrip

Das zweite Modell, welches ich vorstellen möchte, ist der Tourenrucksack. Verglichen mit dem Trekkingrucksack ist es das nächstkleinere Modell. Optimal also für ein Festivalwochenende oder eine mehrtägige Bergwanderung. Preislich bewegt sich das Ganze im Bereich zwischen 100 und 200 Euro. Dafür bekommt man in der Regel aber auch ein Modell, welches auf den Zweck zugeschnitten ist. Tourenrucksäcke können sich nämlich noch untereinander unterscheiden. Beispielsweise gibt es für Klettertouren ausgelegte Rucksäcke. Der Bergsport-Spezialist Lowe Alpine bietet genau so etwas an. Außen am Tourenrucksack sind Halterungen für Eisgeräte, Seile und Helme angebracht, die den Transport von Ausrüstung erleichtern. Naturfreunde, die entspannte Wanderungen einem actionreichen Klettertrip vorziehen, kommen allerdings mit diesem Modell auch auf ihre Kosten. Die 35-50 Liter Lastenkapazität reichen locker für Proviant und ein paar Wechselsachen für 2-3 Tage.

Gut für:
Campingwochenenden & mehrtägige Wanderungen und Bergsteigertouren

 

Tagesrucksack – Der Rucksack für den Alltag

Der Tagesrucksack oder auch Daypack lässt sich gar nicht so richtig in bestimmte Kategorien einordnen. Viel zu vielfältig sind die verschiedenen Abstufungen, die es gibt. Prinzipiell lässt sich ein Daypack nämlich in jeder Alltagssituation verwenden. Sei es in der Schule, der Uni, auf der Arbeit oder beim Shoppen in der Innenstadt. Aus diesem Grund sind auch auf visueller Ebene alle Möglichkeiten Kombinationen aus Farbe und Form denkbar. Neben der Funktionalität, die bei Rucksäcken immer gegeben sein sollte, ist der Daypack mittlerweile auch zu einem modischen Accessoire geworden. Wie viele Leute sieht man täglich auf der Straße mit einem Fjällräven Kanken in den verrücktesten Farben? Etliche! Dass der Tagesrucksack im Alltag genutzt werden kann, heißt aber nicht, dass er für Wanderungen nicht geeignet ist. Jedoch muss man sich wie der Name schon sagt, möglichst auf einen Tag beschränken. 10 bis 30 Liter bringt dieses Modell mit und eignet sich daher nicht für die Aufbewahrung eines ganzen Kleiderschranks.

Gut für:
Alltag (Uni, Arbeit) & eintägige Ausflüge

 

Kofferrucksack – Der Rucksack für die bequeme Reise

Möchte man flexibel aber dennoch komfortabel reisen, greift man am besten zu einem Kofferrucksack. Wie der Name schon erahnen lässt, werden hierbei die Vorteile eines Rucksacks mit denen eines Koffers kombiniert. Das Endresultat ist ein Modell, welches eine sehr hohe Kapazität aufweist und sowohl mit Schultergurten als auch mit Rollen ausgestattet ist. Zu welchem Traveller könnte dieser Rucksack aber passen? In erster Linie sind dies Personen, die in Länder mit gut ausgebautem Verkehrssystem bereisen. Fußwege sollten also in gutem Zustand und Bus- und Bahnlinien vorhanden sein. Hersteller verzichten bei der Produktion von Kofferrucksäcken auf unnötig abstehende Gurte oder Schlaufen. So wird die Gefahr sich im öffentlichen Verkehr zu verhaken, minimiert. Großer Stauraum und viele Unterteilungen geben Dir die Möglichkeit, selbst in einem Rucksack Ordnung zu halten.

Gut für:
Reisen mit Bahn, Flugzeug oder Bus & Länder mit gut ausgebauter Infrastruktur